Wer wir sind und was wir tun
Der Kegelclub "Götz von Berlichingen" ist einer der ältesten Kegelclubs in Sinzig und Umgebung (gegründet 1922) und hatte bereits die honorigsten Bürger Sinzig in seinen Reihen (nebenbei hat er dies noch...)
Es ist ein Gerücht, dass unsere Altvorderen bei der Namensgebung lediglich an das oft falsch zitierte Bonmot des großen Götz dachten. Götz von Berlichingen war ihnen nachgerade Vorbild in Standhaftigkeit und Königstreue - zeugt doch gerade sein Spruch davon. Nach Goethe (und der wird sich nicht geirrt haben) hat es mit Götzens Ansprache folgendes auf sich:
Berlichingen überfällt reiche Kaufleute und wird von dem von Weislingen verführten Kaiser daraufhin gebannt; es wird Jagd auf ihn gemacht, Berlichingen verschanzt sich in seiner Burg – an diesem Punkt des Dramas steht das berühmte Götz-Zitat, das sich auf einen Hauptmann und nicht auf den Kaiser bezieht:
„Mich ergeben! Auf Gnad und Ungnad! Mit wem redet Ihr! Bin ich ein Räuber! Sag deinem Hauptmann: Vor Ihro Kaiserliche Majestät hab ich, wie immer, schuldigen Respekt. Er aber, sag's ihm, er kann mich im Arsche lecken!“
Als er der Belagerung doch nachgeben muss, handelt er freien Abzug aus, wird aber entgegen der Abmachung dabei festgenommen.
So und nun kommt der internationale Bezug ins Spiel:
Die Gründerväter des Kegelclubs wollten diese mannhafte Botschaft in die Welt tragen und allen Völkern verständlich machen. Deshalb ist es Usus, dass Götz bei den passenden Gelegenheiten in den Sprachen der Welt - von Alt-Kisuaheli bis irisch-gälich zitiert wird.
Honi soit qui maly pense: das ist unsere Kultur.
Gelegenheiten:
zum Zitieren gibt es reichlich Gelegenheit:
Ein Kegelbruder bemüßigt sich eine Runde zu geben:
- Pflichtrunde bei Geburtstag, länger als 2 Wochen Abwesenheit, Verbesserung der Lebensumstände (z.B. Scheidung oder Autokauf), Baby in der Familie (s.Rente!) usw.
- Lustrunde (Freude über gewonnene Königswürde, Erlegen einer Sau, verlorener Prozess wegen Haarschnitt usw.
die Runde wird eingeredet:
- durch den Präsidenten bei besonderen Gelegenheiten oder in Anwesenheit von Damen (da wagt man es nicht die Rede einem Subalternen zu überlassen)
- durch einen Kegelbruder, der die richtigen Worte findet für den zu Ehrenden
- durch einen in der Rede unerfahrenen Kegelbruder, dem der Präsident die "Rednerschulung angedeihen lassen will
und endet mit der Aufforderung an den Rundengeber, die Sprache zu bestimmen, in der er das Götzzitat hören will. Zum Beispiel
- Latein: "lambe mihi podicem"
- katalanisch: "besa me el cul"
- irisch-gälisch: "poc me hon"
- im gegensatz zum schottisch-gälischen "poc me thon"
- oder vielleicht böhmisch: "lichmi prdl" (letzteres ist ein Wort mit 4 Konsonanten).
Wer mehr dazu wissen will, kann Kegeln kommen: Jeden Donnerstag ab 19:00 Uhr in der "Sinziger Kegelstube" - wir machen Sie mit unseren Gepflogenheiten vertraut...
